Siedlerhütte
Eine Hütte für die Siedler
Wer schon einmal den Siegertsbrunner Weg in Aying Richtung Biersee ging oder radelte, dem
ist sicher direkt am Ortsrand ein Stadel inmitten einer gepflegten Grünanlage aufgefallen. Hierbei
handelt es sich nicht um den Feldstadel eines Landwirtes, sondern um den Geräteschuppen der
Ayinger Eigenheimer, dem "Siedlerverein" eben. Die Bezeichnung Siedlerverein geht auf die
Siedlung am Bergblick in Aying zurück. Diese Siedlung wurde 1937/38 erbaut und 1939 gründeten
dann die zwölf "Siedler" den Verein Eigenheimer Aying.
Ende
der sechziger, Anfang der siebziger Jahre wuchs die Mitgliederzahl des
Vereins erheblich.
Dadurch hatte der Verein mehr Geld in der Kasse und konnte damit
notwendige Gemeinschaftsgeräte
anschaffen. So wurde als erstes eine Betonmischmaschine gekauft, es gab
zu der Zeit ja allerhand
zu erweitern und Garagen zu bauen. Bei Familie Dangl im Oberdorf
konnten die Geräte untergestellt
werden. Anfang der neunziger Jahre hatte der Gerätepark einen Umfang
erreicht, dass er bei Dangls
nicht mehr untergebracht werden konnte. Als zeitlich begrenzte Lösung
wurden die Geräte dann
dankenswerterweise in der ehemaligen Schäfflerei bei Frau Gum
eingestellt. Nun war auf Grund
eines Beschlusses der Mitgliederversammlung im Jahre 1994 die
Vorstandschaft gefordert, sich
Gedanken über eine dauerhafte Lösung zu machen. Nach verschiedenen
Überlegungen kristallisierte
sich ein Standort beim Ayinger Bad heraus. Leider musste die Gemeinde
wegen der Planungen für
den Kindergarten im Februar 1995 den Standort absagen. Nach weiterer
Suche und Verhandlungen
mit der Gemeinde konnte der jetzige Platz am Siegertsbrunner Weg
gefunden werden. Im November
1996 wurde dann der Pachtvertrag abgeschlossen. Endlich war es soweit,
die Planung und die Arbeiten für einen eigenen Geräteschuppen konnten
beginnen.
Der Bauplatz wurde von allerlei Unrat befreit und vermessen, ein Bauplan erstellt, der dann im
April 1997 vom Gemeinderat genehmigt wurde. Unser Bauleiter Josef Wagner überwachte Aushub
sowie Aufkiesung und im Herbst goß er dann das Fundament. In der Vorstandschaft war man der
Meinung, die Hütte darf nicht mehr als 10.000 Mark kosten. Da griffen wir natürlich dankbar zu, als
Wolfgang Renk seinen Stadel abbrach und uns die Balken kostenlos zur Verfügung stellte. Im
Spätsommer 1998 wurde bei strömenden Regen das Balkengestell der Hütte aufgestellt und
das Dach mit Brettern und Latten von Hans Voglrieder verschalt. Obendrauf legten fleißige
Helfer dann noch die gestifteten Dachplatten von Herbert Siegl. Der Schuppen wurde noch
mit Brettern ringsum verschlossen und die von Erwin Schleinkofer gebauten Tore eingesetzt.
Bevor die Geräte dann endlich in unsere eigene Hütte eingelagert werden konnten, wurde
im November in der Hütte noch die Hebfeier nachgeholt. Weil es uns bei der Gelegenheit
vom Dach aus in den Kragen tröpfelte, spendierte Franz Schmiderer noch die komplette
Dachrinne.
Von den ersten Überlegungen bis zur Lagerung der Geräte in einer eigenen Hütte waren
immerhin vier Jahre vergangen. In den Jahren darauf wurden nun die Rasenfläche
angelegt, Obstbäume gepflanzt und Randsteine gesetzt. Zwischenzeitlich mussten wir noch
auf Verlangen der Versicherung die Hütte zur Diebstahlssicherung innen mit Platten
verkleiden, was der Optik aber auch sehr gut tut. Zur Abrundung des Gesamtbildes
wurde im Jahr 2002 noch der Vorplatz gepflastert.
Obwohl
die Mitglieder weit über tausend Arbeitsstunden freiwillig geleistet
hatten, und der
vielen Sachspenden die eingingen, konnte der anvisierte Betrag von
10.000 Mark Gesamtkosten natürlich nicht eingehalten werden. Der
wirkliche Wert des Geräteschuppens liegt sicher ein
vielfaches über den zuletzt tatsächlich ausgegebenen rund 16.000 Mark.
Den Spendern und
Helfern sowie der Gemeinde Aying sei hiermit nochmals ausdrücklich
gedankt. Am 5. Juli 2003 wurde im Rahmen eines kleinen, gemütlichen
Siedlerfestes die Hütte dann sozusagen offiziell
eingeweiht. Die Siedlerhütte hat sich zwischenzeitlich als Lagerstätte
für die Gemeinschaftsgeräte des Vereins bestens bewährt. Als
Zwischenlager für die Blumenerde, die wir im Frühjahr an unsere
Mitglieder im Rahmen einer Sammelbestellung verkaufen, ist sie
ebenfalls sehr gut geeignet.
Für das jährliche Siedlerfest wurde in den letzten beiden
Jahren die Hütte mit unseren Baugerüst und einer Dachfolie als Schutz gegen
Regen und Wind erweitert.
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